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Der tiefere Sinn

Modernes Yoga

Die Wurzeln der Yoga Philosophie liegen im Hinduismus und in Teilen des Buddhismus. Die Philosophie beruht auf der Annahme, dass Körper, Geist und Seele unteilbar eins sind. Diese Vorstellung spiegelt sich auch im Begriff „Yoga“, das im Sanskrit, der heiligen Sprache Indiens, so viel bedeutet wie „zusammenbinden“, „anspannen“ aber auch „Vereinigung“. Die Sammlung an spirituellen Techniken und Praktiken zielt darauf ab, Körper, Geist und Seele miteinander zu verbinden, um die Erleuchtung, Selbsterkenntnis und Einheit mit dem Universum zu erreichen. Durch bestimmte Körperübungen (Asanas), Atemtechniken (Pranayama), Konzentrationshaltungen und Entspannung können sich das Körperbewusstsein und die Wahrnehmung zum Positiven verändern. Wenn du Yoga praktizierst kannst du dich Yogi nennen oder als Frau Yogini.

Gut zu wissen…
In alten indischen Schriften wird der Mensch als Reisender im Wagen seines materiellen Körpers betrachtet. Dabei ist der Kutscher der Verstand und fünf Zugpferde stellen die fünf Sinnesorgane dar. Der Fahrgast symbolisiert die Seele des Menschen. Das Geschirr schließlich, was alles miteinander verbindet, heißt im Indischen „Yoga“.

Der Vater des Yoga

Es gibt keinen genauen schriftlichen Nachweis darüber, wer Yoga wirklich erfunden hat. Klar ist jedoch, dass Yoga lange vor seiner Niederschrift von Yogis praktiziert wurde. Über die Jahrhunderte lehrten Yogis ihren Schülern unterschiedliche Yogastile und entwickelten diese immer weiter, so dass im Laufe der Zeit verschiedene Yogaschulen entstanden.

Die Geschichte besagt, dass der indische Gelehrte Patanjali im 2. Jahrhundert vor Chr. die Grundlagen des Yoga zusammengefasst hat. Sein Yogasutra, der klassische Yoga-Leitfaden, ist die älteste bekannte Yogaschrift und enthält die philosophischen Grundlagen des Yoga. Darin wird in 195 Versen dargelegt, wie man sich als Mensch im Leben verhalten sollte, um Erleuchtung zu erlangen. Der Weg dahin besteht aus acht Stufen: Yamas (Enthaltung), Niyamas (Verhaltensregeln), Asanas (Körperhaltungen), Pranayama (Kontrolle der Atmung), Pratyahara (Rückzug und Beherrschung der Sinne), Dharana (Konzentration), Dhyana (Meditation) und Samadhi (Erleuchtung). Diese Stufen müssen nicht unbedingt nacheinander erklommen werden, sie sind ein ganzheitlicher Übungsweg zur Selbstvervollkommnung. In den meisten, bei uns praktizierten Yogarichtungen stehen die Körper- und Atemübungen im Vordergrund. Auch Meditation ist oft Bestandteil des Yogaunterrichts im Westen.

Der Weg zum modernen Yoga

In seinem Ursprung war Yoga ein rein spiritueller Weg, der die Suche nach Erleuchtung durch Meditation zum Ziel hatte. Die vielen körperlichen Übungen entstanden erst im Laufe der Zeit. Sie sollten den Körper darin unterstützen, möglichst beschwerdefrei über einen längeren Zeitraum im Meditationssitz (Lotussitz) verweilen zu können. Erst mit der Zeit, da man die positive Wirkung der körperlichen Übungen erkannte, wurden die Asanas fester Bestandteil der Yoga-Praxis. Yoga hat über die Jahrhunderte viele Veränderungen erlebt. Dennoch folgen die zahlreichen Yogaschulen, die aus diesen Veränderungen resultieren, den fundamentalen Prinzipien, die Patanjali vor über 2000 Jahren beschrieben hat.

Von Westeuropa bis Nordamerika kam es im 19. und 20. Jahrhundert zu einer Neu-Interpretation des klassischen Yoga – weg von der Spiritualität hin zu einem anspruchsvollen Workout, das die Muskeln trainiert und gleichzeitig beruhigt und Kraft gibt. Stress und ein unausgeglichenes Leben verlangten nach Yogaformen, die auf die Bedürfnisse der Menschen in den Industrienationen eingehen. Vitalität und Gelassenheit, statt Erleuchtung – der Schwerpunkt des modernen Yoga liegt eher in der körperlichen Ausübung und weniger in den religiösen und weltanschaulichen Überzeugungen der philosophischen Lehre. Wahrscheinlich ist das auch der Grund warum sich ausgerechnet Hatha Yoga, die körperorientierteste aller Yogaschulen und ihre Adaptionen am meisten in den Yogastudios etabliert haben.

Ein gesunder Lebensstil

Yoga ist Teil unseres westlichen Lifestyles – nicht zuletzt auch ausgelöst durch den medialen Hype um Yoga praktizierende Stars, wie Madonna, Christy Turlington oder Jennifer Aniston. Bei den guten Figuren dieser Damen fragt sich der ein oder andere Yoga Anfänger, ob Yoga eine erfolgreiche Methode für nachhaltiges Abnehmen ist.

Tatsächlich ist die Sportart nicht nur gut für das Wohlbefinden und die allgemeine Gesundheit. Yoga kann dich auch beim Abnehmen unterstützen, gerade in Kombination mit einer gesunden, ausgewogenen Ernährung. Denn eine Gewichtsabnahme tritt in der Regel ein, wenn die Kalorienzufuhr durch Nahrung kleiner ist als die Kalorienverbrennung bei der Bewegung. Deshalb ist es wichtig, dass du fürs Abnehmen eine dynamische und aktive Yogaart wählst, wie z. B. Bikram, Vinyasa, Power und Ashtanga Yoga, die deinen Puls ordentlich hochtreiben und viele Kalorien verbrennen. Zudem hält Yoga fit, dehnt die Sehnen, kräftigt die Muskeln und Gelenke und wirkt ausgleichend. Damit ist es die perfekte Ergänzung zu Fitness-Übungen und Lauftraining in deinem Abnehmprogramm.

om

Ommmmm…hört man erfahrene Yogis leidenschaftlich am Anfang oder Ende einer Yogastunde singen. Aber was ist die Bedeutung dieses vibrierenden Klangs, der so eng mit dem Yoga verbunden ist? „Om“ ist eine heilige Silbe im Hinduismus. Der Klang steht für den transzendenten Urklang, aus dessen Vibrationen nach hinduistischem Verständnis das gesamte Universum entstanden ist. In allen hinduistischen Religionen gilt es als das heiligste aller Mantren (Gesänge). „Om“ besteht aus den drei Silben A U M. Das was wie eine drei aussieht ist das A. Die schlangenförmige Linie rechts unten ist das U, und der Halbmond rechts oben ist das M. Der Punkt dahinter steht für Unendlichkeit, Stille und Transzendenz. Als Pendant zur Yoga Philosophie soll auch sie Körper, Geist und Seele zur Harmonie bringen. Die Schwingungen breiten sich beim Erklingen im Körper von unten nach oben aus und führen zur inneren Ruhe.

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